Wirtschaftliche Vorteile strukturierter Gebäudedaten im Gebäudebetrieb
Strukturierte Gebäudedaten zur Inbetriebnahme sind ein Investitionshebel, der sich über den Lebenszyklus hinweg mehrfach auszahlt.
Senkung von Betriebskosten und FM-Aufwänden
Wenn bei der Inbetriebnahme bereits eine FM-orientierte Datenstruktur vorhanden ist, reduzieren sich die operativen FM-Kosten spürbar:
- geringerer Aufwand für Stammdatenerfassung und Datenpflege,
- schnellere Einführung von CAFM- und FM-Prozessen,
- bessere Grundlage für Ausschreibungen von FM-Dienstleistungen (klar definierte Leistungsumfänge, prüfbare Kennzahlen).
GEFMA 444 zeigt, dass Betreiber mit strukturierten Stammdaten und Kennzahlen deutlich besser in der Lage sind, Benchmarking zu betreiben und Kostenpotenziale zu identifizieren.2
Bessere Steuerung von Lebenszykluskosten und Investitionen
Strukturierte Asset- und Anlagendaten erlauben es, Lebenszykluskosten transparenter zu erfassen:
- Alter, Zustand und Wartungshistorie von Anlagen sind nachvollziehbar.
- Investitionsentscheidungen (z.B. Austausch vs. Instandsetzung) lassen sich datenbasiert treffen.
- Energie- und Flächenkosten können mit technischen und organisatorischen Maßnahmen gezielt reduziert werden.
Die GEFMA-Richtlinien im Bereich FM-Kosten und Kennzahlen (u.a. GEFMA 446) betonen immer wieder, dass solide, strukturierte Daten die Grundlage für jede wirtschaftliche Steuerung von Gebäuden und Portfolios sind.5
Grundlage für digitale und nachhaltige Strategien
Für Betreiber, die auf Smart Building, Energieoptimierung und Nachhaltigkeitsreporting setzen, sind strukturierte Gebäudedaten zur Inbetriebnahme ein Muss:
- IoT-Sensorik, Building Analytics und Energie-Monitoring benötigen eindeutige, strukturierte Referenzen auf Räume und Anlagen.
- Nachhaltigkeitsberichte (z.B. nach ESG-Standards) beruhen auf belastbaren Flächen- und Verbrauchsdaten.
- Zukünftige Anpassungen (Umbauten, energetische Sanierungen) lassen sich effizient planen, wenn die Datenbasis stimmt.
So definieren Betreiber ihre Datenanforderungen an Auftragnehmer
Damit die genannten Vorteile real werden, müssen Betreiber ihre Datenanforderungen an Auftragnehmer klar und verbindlich formulieren.
Datenmodell für Facility Management im AIA und BAP verankern
Ein praxisnaher Ansatz ist, ein FM-Datenmodell zu definieren und dieses:
- im AIA als Anforderung an Planer und ausführende Unternehmen zu formulieren,
- im BAP detailliert zu beschreiben (Attributsets, Klassifikationen, Austauschformate),
- mit konkreten Lieferobjekten zu verbinden (z.B. „Anlagenliste TGA“, „Raum- und Flächenliste“, „Wartungsdaten“).
Dabei sollten GEFMA-Richtlinien wie GEFMA 430, 444, 480 als Referenz dienen, um Inhalte und Strukturen marktgerecht zu definieren.1 2 3
Vertragliche Verankerung und Qualitätssicherung
Wesentlich ist, dass Datenlieferung als vertraglicher Leistungsbestandteil festgeschrieben wird:
- Datenübergabe als Voraussetzung für die Abnahme von Leistungen.
- Verknüpfung von Zahlungen mit der Erfüllung der Datenanforderungen.
- Klare Regelungen zur Datenqualität (Vollständigkeit, Plausibilität, Konsistenz).
So wird sichergestellt, dass die Inbetriebnahme nicht nur baulich, sondern auch datenmäßig stattfindet.
FM- und IT-Verantwortliche frühzeitig einbinden
Damit die Daten später auch im Betrieb funktionieren, sollten Betreiber:
- CAFM-/FM-Verantwortliche bereits in der frühen Planungsphase in die Erstellung von AIA und BAP einbeziehen,
- die IT-Abteilung für Schnittstellen, Sicherheit und Systemintegration (CAFM, ERP, Energie-Management, DMS) früh mit ins Boot holen.
Nur wenn Planung, Bau, FM und IT gemeinsam auf eine strukturierte Gebäudedaten-Infrastruktur hinarbeiten, entsteht die digitale Durchgängigkeit, die Betreiber benötigen.
Wie cadventure und strukturierte-daten.de Betreiber unterstützen
Die cadventure GmbH mit „strukturierte-daten.de“ hat sich darauf spezialisiert, strukturierte Gebäudedaten für Betreiber großer Liegenschaften nutzbar zu machen. Das umfasst u.a.:
- Definition von FM-orientierten AIA und BAP, die die Datenanforderungen klar beschreiben.
- Entwicklung von Datenmodellen und Attributlisten, abgestimmt auf CAFM-, ERP- und Energiemanagement-Systeme.
- Begleitung der Datenmigration aus BIM-/Planungsmodellen in die produktiven FM-Systeme.
- Qualitätssicherung der Datenlieferungen von Auftragnehmern im Rahmen der Inbetriebnahme.